kollektiv für kreative intelligenz

Journal · Elias Walch · 7 min

Eine kreative Website für eine ganze Musikfirma

feldhaus music ist Tonstudio, Label und Musikedition in einem. Statt drei Bereiche nebeneinanderzustellen, haben wir die Seite als das gebaut, was das Publikum ohnehin täglich bedient: eine Streaming-App.

Das Problem mit Musikfirmen-Websites

Eine Firma wie feldhaus macht mehrere Dinge gleichzeitig. Es gibt ein Tonstudio mit drei Räumen, das man buchen kann. Es gibt ein Label mit Künstler:innen und Releases. Es gibt die edition feldhaus, einen Musikverlag. Und es gibt Booking für Live-Auftritte.

Der übliche Weg wäre eine Navigationsleiste mit vier Punkten und vier Unterseiten, die nichts miteinander zu tun haben. Das funktioniert, aber es erklärt nicht, warum diese vier Dinge zusammengehören. Es sieht aus wie vier Firmen unter einem Dach.

Die Idee: eine Oberfläche, die alle kennen

Wer Musik hört, bedient jeden Tag dieselbe Art von Interface. Seitenleiste links, Kachelreihen in der Mitte, unten eine Player-Leiste, die beim Scrollen stehen bleibt. Diese Anordnung muss niemandem erklärt werden — sie ist gelernt.

Also haben wir die Seite genau so gebaut. Releases sind Alben, Künstler:innen sind Profile, das Studio ist ein weiterer Bereich in derselben Seitenleiste. Wer die Startseite öffnet, versteht in zwei Sekunden, wie er sich bewegt — und nebenbei, dass all das zu einer Firma gehört.

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Screenshot: Startseite mit Seitenleiste, Kachelreihen und Player-Leiste

Was das konkret heißt

Seitenleiste
Alle Bereiche gleichzeitig sichtbar — Releases, Roster, Studio, Label, Edition, Booking. Kein Menü, das man erst öffnen muss.
Kachelreihen
Releases und Künstler:innen als horizontale Reihen, wie eine Mediathek. Das Cover trägt, nicht die Überschrift.
Player-Leiste
Bleibt beim Navigieren bestehen. Man kann eine Hörprobe starten und weiterklicken, ohne dass die Musik abbricht.
Sofortsuche
Tippen filtert den Katalog direkt — Künstler:innen, Releases und einzelne Titel in einer Liste.
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Screenshot: Release-Detailseite mit Trackliste und laufender Wiedergabe

Der Studiobereich bricht bewusst aus dem Muster aus. Räume, Technik und Preise brauchen Fließtext und Fotos, keine Kacheln. Die Seitenleiste bleibt, der Inhalt wird zur Reportage. Eine Metapher trägt nur so weit, wie sie dem Inhalt hilft — darüber hinaus wird sie zum Korsett.

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Screenshot: Studiobereich mit Raumgalerie und Anfrageformular

Die Technik

Next.js 16, React 19, TypeScript
App Router, alles als statischer Export. Es läuft nirgends ein Node-Prozess.
Tailwind CSS v4 und shadcn/ui
shadcn auf Base UI als Komponentenschicht — Dialoge, Schieberegler, Formularelemente barrierefrei ohne Eigenbau.
Eigener Wiedergabe-Zustand
Der Player ist keine fertige Bibliothek, sondern React-State über dem Layout. Nur so überlebt die Wiedergabe einen Seitenwechsel.
Cloudflare Pages
Der Build legt fertiges HTML in out/ ab. Für den Formularversand läuft daneben eine Pages Function, die die Eingaben prüft und an Postmark weitergibt.
Platzhalter aus dem Skript
Ein Python-Skript erzeugt Cover, Porträts und Klangbeispiele, solange die echten Dateien fehlen. Die Seite ist dadurch von Tag eins vollständig bedienbar.

Gebaut mit Claude Code

Das Projekt ist von Anfang bis Ende mit Claude Code entstanden — nicht als Codegenerator für einzelne Schnipsel, sondern als Mitarbeiter am gesamten Projekt: Struktur, Komponenten, Datenmodell, Deployment, Dokumentation.

Der Gewinn liegt weniger im Tippen als im Durchhalten. Ein Player-Zustand, der über Seitenwechsel trägt, ein Katalog, dessen Tracklisten serverseitig aus den Sekundenangaben rendern, ein Deployment mit Formular-Endpunkt und Header-Regeln — das sind Details, die in einem Projekt dieser Größe sonst liegen bleiben. Kein Tech-Gelaber, keine Hype-Versprechen: es ist schlicht der Unterschied zwischen sechs Wochen und sechs Tagen.

Was noch offen ist

Die Seite steht, aber sie mischt derzeit echte und erfundene Inhalte. Studio, Edition und Firmendaten stimmen; Roster, Releases, Cover und Hörproben sind Platzhalter. Sie ist deshalb für Suchmaschinen gesperrt — über noindex im Layout und einen X-Robots-Tag für Cover und Audiodateien, die kein Meta-Tag tragen können.

Das ist der ehrlichere Weg als eine halbfertige Seite mit Platzhaltern im Index. Freigegeben wird, wenn klar getrennt ist, was bleibt.